Vorsichtig, Schritt für Schritt am Strand über die Steine balancieren, bis hin zum Meer.

Manche Steine wackeln, sind rutschig und überspült vom Wasser, andere liegen fest und geben Halt. So balancieren wir über die Steine unseres Lebens, Stein an Stein. Die einen geben festen Halt, andere sind rutschig. So versuchen wir, eine Richtung zu finden. So suchen wir unseren Weg. Manche Steine liegen wie Stolpersteine im Weg, sind Steine des Anstoßes.

Jakob, einer der Erzväter, von dem im Alten Testament erzählt wird, legte eines Nachts seinen Kopf auf einen Stein und träumte. Er sah eine Leiter, die reichte von der Erde bis in den Himmel. Es war so, als ob Gott selbst aus dem Himmel käme, um den Jakob zu besuchen. Eine Stimme sprach: "Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." Als Jakob erwachte stellte er fest: "Fürwahr, Gott ist an dieser Stätte und ich wusste es nicht." Und er richtete den Stein, auf dem er geträumt hatte, zu einem Steinmal auf -zu einem Erinnerungsstein.
Wie oft können wir das sagen in unserem Leben: Fürwahr, hier war Gott und ich habe es nicht bemerkt!

Ob so mancher Stein auf meinem Weg auch ein Erinnerungsstein dafür sein kann, dass ich über Gott gestolpert bin; ein Stein, der aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken ist.

So werden Steine zu Bausteinen meiner Lebenslinie. Sie gehören zu meinem Leben, mein Weg führt über diese Steine. Manche von ihnen werden zunächst nicht zu meinem Leben passen, denn sie bilden keinen schnurgeraden Weg, keinen ebenen Weg. Doch es ist mein Weg, durch Höhen und Tiefen, durch dick und dünn, mal gekreuzt von Alternativen und Versuchungen, mal auf festem, mal auf wackeligem Untergrund und mal rutschig - es ist mein Weg.

Und was wie ein Strich durch meine Lebensplanung aussieht ist dann meine Lebenslinie und ich kann feststellen: "Fürwahr, Gott ist an dieser Stätte und ich wusste es nicht!" Ich bin über Gott gestolpert und habe so meinen Weg gefunden. Es tut gut, sich auch an diese Stolpersteine zu erinnern. Steine, die mich meinen Weg, meine Lebenslinie haben finden lassen.

Ihr Hans-Friedrich Reymann

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