Überall begegnen uns diese schwarz-weißen Strich-Code-Felder. Wir finden sie auf den seit Februar schon verkauften Schokoladen-Osterhasen genauso wie auf Mineralwasser und Quark, auf Toilettenpapier und sogar auf Büchern. Praktisch ist das für die Kasse, nur wenige Preise müssen noch mit der Hand eingegeben werden. Praktisch ist das auch für den Computer, der die erforderliche Nachbestellung errechnet. Jedes Produkt hat seinen eigenen Code, damit erkennt die Kasse die Ware, druckt sie auf dem Kassenbon aus und weiß auch den Preis. Das computergesteuerte System erkennt, wie viel Restbestände des Produktes noch im Geschäft sind und bestellt rechtzeitig nach.

Maschinenlesbarkeit ist Trumpf. Sind auch eines Tages wir Menschen codierbar? Lesbar für Krankenkassen, Zollbehörden und Ämter? Vor einiger Zeit sah ich diesen Strich-Code. Ich war erst sehr verwundert darüber, schaute immer wieder hin und versuchte, einen Sinn dahinter zu finden. Irgendwie schien mir mit den Strichen etwas nicht zu stimmen. Vielleicht ging Ihnen das ja auch so, als sie ihn hier sahen. So wie die Barcodes im Supermarkt sieht er doch nicht ganz aus. Ich betrachte ihn von verschiedenen Seiten und entdeckte, dass er doch nicht aus computerlesbaren Strichen bestand, sondern aus Buchstaben. Er enthält eine lesbare Nachricht, und zwar die Osterbotschaft:

"Christ ist erstanden."

Kein Codierhandbuch kann zum Entziffern helfen und auch nicht das beste Lesegerät. Es kommt wirklich auf den Blickwinkel an. Wer es noch nicht entziffert hat, versuche es mal schräg von unten. Unsere Welt wird immer genauer wissenschaftlich untersucht, wird immer umfassender technisch bewältigt. Und doch bleibt vieles unverständlich, verwirrend bedrohlich. Viele Fragen bleiben offen. In unsere Welt ist mehr eingeschrieben, als mit technischen Mitteln zu entdecken und zu beweisen ist. Ostern, die Auferweckung Jesu Christi, gehört dazu.

Und so glaube ich, dass dieser Strich-Code in der Lesbarkeit aus dem richtigen Blickwinkel auch etwas mit Ostern gemeinsam hat: „Christ ist erstanden" - das ist auch ein Geschehen, das sich nicht mit oberflächlichem, flüchtigem Blick mir erschließen kann. Ostern, die Botschaft von der Auferweckung Jesu Christi, eröffnet mir einen neuen Blickwinkel für mein Leben, meine Welt.

Da hat nicht mehr der Tod das letzte Wort, auch nicht meine Fehler, sondern das Leben in Freiheit und Liebe. Und so brauche ich keine Angst davor zu haben, dass wir Menschen bei Gott einmal wie Waren mit Strich-Codes versehen werden. Gott achtet die Einzigartigkeit jedes Menschen.

Dass uns dieses Osterfest 2004 hilft, den Blickwinkel zu wechseln, um den Strich-Code „Christ ist erstanden" zu entziffern und auch als frohmachende, persönliche Botschaft an uns zu erfahren, das wünsche ich uns allen.

Pastorin Elke MarxPastorin Elke Marx

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