Erntedank

"Guten Tag", sagte der kleine Prinz.
"Guten Tag", sagte der Händler.
Der Händler handelte mit Wunderpillen gegen den Durst.
"Wenn man nur eine von diesen Pillen in der Woche schluckt, dann muss man kein Wasser mehr trinken."
"Und wozu kaufst du so etwas?", fragte der kleine Prinz.
"Damit kann man sehr viel Zeit sparen", sagte der Händler, "das haben Sachverständige herausgefunden.
Du sparst 53 Minuten in der Woche."
"Und was macht man dann mit diesen 53 Minuten?"
"Da machst du das, was dir so Spaß macht, was immer
du willst..."
Was mich angeht, sagte der kleine Prinz zu sich selbst, habe ich 53 Minuten übrig, um in aller Ruhe zum Brunnen zu gehen und Wasser zu trinken.
Aus: Der kleine Prinz,  
von A. de Saint-Exupéry  

Erntedank erinnert uns an das, was unser Leben erst möglich macht: Klares Wasser, nachhaltig hergestellte Lebensmittel, Essen und Trinken, das Leben erhält. Erntedank erinnert an die schöpfende Kraft, die hinter allem steht. Auf den Dörfern wird das Erntedankfest groß gefeiert: Landfrauen schmücken die Kirche, festlich dekorierte Erntewagen ziehen durch den Ort. Und auch die Menschen, die nicht direkt mit der Landwirtschaft zu tun haben, feiern mit: alle haben Grund zum Danken! So auch wir!

Auf der "Grünen Woche" in Berlin gab es am Kirchen-Stand eine Umfrage: "Was ist Ihnen an einer Mahlzeit am wichtigsten?" Besonders Kinder haben meist die gleiche der sieben möglichen Antworten favorisiert: "Eine gemeinsame Mahlzeit am Tag"! So ist es: Ein einfaches Essen, in Gemeinschaft verzehrt, ist nahrhafter für Leib und Seele als eine Fertigportion aus der Mikrowelle. Vielleicht laden Sie einmal Ihre Nachbarin ein?


Und so grüße ich Sie mit den Worten
von Matthias Claudius:


Er wickelt seinen Segen
Ganz zart und künstlich ein
Und bringt ihn dann behende
In unser Feld und Brot:
Es geht durch unsre Hände:
kommt aber her von Gott.

Ihre Pastorin Antje Marklein


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