Liebe Leserinnen, liebe Leser!

In diesen Wochen gehen viele Briefe und Päckchen auf den Weg an Menschen, die uns nahe stehen und die wir zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel nicht sehen.
Neben den Wünschen, das Christfest in der Tiefe der Freude von Jesu Geburt zu entdecken, nutze ich solche Weihnachtspost aber auch dazu, zurückzublicken in das zu Ende gehende Jahr und damit den Empfängerinnen Anteil zu geben an dem, was mir in den letzten Monaten gelungen ist, worüber ich mich gefreut habe, und was belastend ist, was bruchstückhaft blieb.
Vielleicht geht es Ihnen auch so, dass es oft schwierig ist, ein sinnvolles Muster in den verschlungenen Pfaden unseres Lebens zu entdecken. Sicher im Rückblick löst sich manches auf, versteht es sich leichter, aber im Blick nach vorne verspüren wir Unsicherheit, manchmal vielleicht auch Angst. Fragen, wie es werden wird, begleiten uns.
Dabei kam mir ein Bild in den Sinn, ein Bild, das für mich dieses Gefühl aufnimmt: Ein Labyrinth. Auf dem Fußboden alter Kathedralen (wie die Abbildung aus der Kathedrale in Chartres) findet sich manchmal am Eingang ein Labyrinth, um dieses Gefühl bildlich auszudrücken. Es ist die Bitte, dass Gott den Weg weist, wenn wir auf seine Stimme beim Betreten der Kathedrale lauschen. Solch ein Labyrinth unseres Lebens legen wir gerade am Übergang der Jahre Gott vor mit Fragen: Wo ist der Sinn? Wo ist das Ziel? Wozu gehen wir Umwege, Sackgassen, wozu machen wir Fehler?
Und in diese Gedanken und Bilder am Übergang der Jahre höre ich ganz ermutigend die Jahreslosung für 2005, die ich Ihnen gerne in Ihr Labyrinth des Lebens mitgebe:


Jesus Christus spricht: "Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre!"

LUKAS 22,32 - JAHRESLOSUNG 2005

Wo der Glaube an Jesus, an die alles überwindende Kraft der Liebe Gottes verloren geht, da steht der Lebenssinn in Frage, deshalb ist die Bitte Jesu so wichtig auch für uns und den vor uns liegenden Weg. Keiner kann für seinen eigenen Glauben garantieren, aber Jesus hält an uns fest, weil er weiß, dass unsere Kraft nicht ausreichen würde.
Es soll eine ermutigende Botschaft für 2005 sein, auch wenn wir in unserem persönlichen Labyrinth vor manchen Weggabelungen und Schwierigkeiten stehen, auch wenn wir die Entwicklungen im Beruf oder in unserem Land wie ein unüberschaubares Labyrinth empfinden. Christus hat für unseren Glauben gebeten, dass er nicht aufhöre. Das ist die Perspektive der Hoffnung.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein friedvolles neues Jahr 2005

Ihre Pastorin Elke Marx

"Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag."

Dietrich Bonhoeffer, Jahreswechsel 1944/45
aus dem Evang. Gesangbuch Nr. 65,7

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