Ich schaue auf eine Krippe und sehe Maria, Josef, das Kind. Davor die Weisen, sie bringen Geschenke. Ausgebreitet liegen sie zwischen Kind, Eltern und den Weisen. Im Hintergrund ein baufälliger Stall, mehr ein Bretterverschlag, durch den der Wind pfeift. Über allem: die Engel. Sie loben Gott, dass er für uns Menschen seinen Sohn in die Welt geschickt hat: Ehre sei Gott in der Höhe!

Vertraut sind uns solche Szenen oder Bilder. Und es löst Erinnerungen aus an vergangene Weihnachtsfeste. An Gottesdienste mit Krippenspiel oder an die Lesung der Weihnachtsgeschichte, Bescherung im Kreis der Familie. Momente der Ruhe, Kerzenschein. Momente der Freude, strahlende Gesichter.

Und wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein frohes und besinnliches Fest feiern können.

Doch daneben wissen wir auch um unsere enttäuschten Hoffnungen, spüren, wie sehr uns daran liegt, die Wärme dieses Festes zu erleben, sie zu teilen mit denen, die wir gern haben. Für nur wenige Tage möchten wir unbeschwert feiern, die Bedrohungen der Welt außen vor lassen.

Doch je mehr wir die Welt draußen lassen, desto stärker wird aus dem Fest ein Traum, der mit unserem Alltag immer weniger gemeinsam hat.

Aber Gott ist nicht in unsere Träume gekommen, sondern in unser Leben. Seine Liebe will uns ganz ergreifen und nicht nur in unseren Träumen, von dem, was sein könnte, oder sein sollte, seinen Widerhall finden.

Gott ist in Jesus in die Welt gekommen. Wir können uns auf ihn einlassen. Nicht nur in Festtagslaune, in der Höhe, sondern auch im Leid, im windumtosten Stall, dort, wo das Leben spielt.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Ulrich Pehle-Oesterreich

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