Liebe Leserin, lieber Leser!

Haben Sie es schon einmal versucht? Auf etwas zu verzichten, was Ihnen viel bedeutet?
Vielleicht sogar für sieben Wochen?
Die Passionszeit, die vom 1. März bis Ostern dauert, will uns zum Verzicht ermutigen: Im Gottesdienst entfallen einige liturgische Gesänge und die liturgische Farbe ist violett. Die Passionszeit ist seit jeher Fastenzeit: Menschen nutzen diese Zeit für sich, um durch Verzicht, ja durch Fasten frei zu werden vom Alltag, frei für Wesentliches, frei für den Glauben.

In der evangelischen Kirche gibt es seit 1983 eine wachsende Anzahl von Menschen, die sich der Fastenaktion ‚Sieben Wochen ohne’ anschließen: Von Aschermittwoch bis Ostern verzichten sie bewusst auf etwas, was ihnen sonst wichtig ist. Z.B. auf das Auto Fahren, auf das Rauchen, auf Alkohol, auf Fernsehen, auf Fleischverzehr, usw. Sie machen die Entdeckung, dass ihnen plötzlich viel Zeit zur Verfügung steht: Zeit für sich, die sie neu und gut füllen können. Eine befreiende, heilsame Erfahrung!

Das Motto der Aktion ‚Sieben Wochen ohne’ für 2006 lautet: „Liebesbriefe“. Es regt die Fantasie an und gibt Anstoß: Wie lassen sich die Passion Jesu, das Fasten und unsere Erfahrungen mit der Liebe in ihrer Vielschichtigkeit zusammendenken? Passion, Leidenschaft und Zuneigung, Eifersucht, Hass und Aussöhnung – zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag liegt ein Weg, der viele Aspekte der Liebe deutlich werden lässt. Diesen Weg zu beschreiten, erfordert Mut und Ausdauer. Es eröffnet die Möglichkeit, diese Wegstrecke nach den "Sieben Wochen" weiter zu gehen. In der biblischen Passionsgeschichte begegnen wir Jesus, wie er sich mit Passion ganz für die Menschen damals und für uns heute einsetzt. Und dahinter die Botschaft: Gottes Liebe befreit zum Leben – Jesus Christus ist sein Liebesbrief an die Welt.

Ich lade Sie ein, sich der Aktion ‚Sieben Wochen ohne’ anzuschließen. Gern komme ich mit Ihnen darüber ins Gespräch – vielleicht im Gottesdienst am 19. März?

Ihre
Pastorin Antje Marklein


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