Es ist Freitagvormittag. Gegen 11.15 Uhr gehe ich in die Kindertagesstätte. Irgendwo klingelt eine Glocke und ein Kind ruft: “Aufräumen“. Der Ruf setzt sich fort von Raum zu Raum. Immer mehr Kinder gehen die Stufen der Treppe hinauf und versammeln sich vor dem Mehrzweckraum. Das ist ein fröhliches Geschnatter, manche versuchen auch, sich nach vorn zur Tür zu drängeln. Mit Gitarre und Notenständer in den Händen warte ich gemeinsam mit allen darauf, dass wir hinein dürfen. Drinnen werden die letzten Vorbereitungen für den KITA-Gottesdienst erledigt.

Die Tür geht auf und leise Musik empfängt uns. Die Kinder suchen sich ihren Platz auf Tüchern, kleinen Kissen und Kästen. Vor der Kletterwand ist ein Tuch aufgehängt und verbirgt die Turngeräte. Ein Kasten steht davor, an der Seite ein Tuch in der Kirchenjahresfarbe, zwei Kerzen, eine Blume und große Streichhölzer. Neben dem Kasten sitzen zu beiden Seiten diejenigen, die den Gottesdienst leiten. Eine Klangschale wird angeschlagen, Ruhe kehrt ein. 75 Kinder warten gespannt, was nun geschieht. Zunächst bereiten einige Kinder den Altar vor, decken das Tuch auf, stellen die Kerzen und die Blume hin, zünden die Kerzen an. Zur Begrüßung wird „Gottes Liebe ist so wunderbar“ mit großer Intensität gesungen. Es folgt ein kurzes Gebet und dann erzählen einige der zukünftigen Schulkinder, wie das ist mit dem Bestimmen unter Freunden. Denn wer darüber bestimmen will, was gespielt wird, der muss auch dafür sorgen, dass alle sich dabei wohl fühlen, oder wenigstens fast alle. In der vorigen Woche war den Kindern erzählt worden, wie die Jünger sich darüber stritten, wer Vorrang vor den anderen hätte und dass Jesus dazu gesagt hatte, dass der Chef den anderen dienen sollte. So jedenfalls hatten es die Kinder verstanden.

Das Kindermutmachlied wird gesungen und mit dem Segen gehen alle in das Wochenende:

Gott sei vor dir, um dir den Weg zu zeigen.
Gott sei neben dir, um dich zu begleiten.
Gott sei hinter dir, um dich zu beschützen.
Gott sei unter dir, um dich aufzufangen.
Gott sei in dir, um dich wachsen zu lassen.
Gott sei über dir, um dich zu segnen.

Vor einem Jahr als Vorbereitung auf das Gemeindefest wurde die Idee des KITA-Gottesdienstes geboren. Seitdem findet er regelmäßig am Freitagvormittag statt. Alle sind mit großer Begeisterung dabei. Und oftmals spüre ich, wie sich der am Ende gesprochene Segen in diesem Gottesdienst entfaltet und bewahrheitet.

Ihr Ulrich Pehle-Oesterreich


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