Der Fisch –
ein Zeichen des Lebens aus Gott

LEBENDIG und KRÄFTIG und SCHÄRFER

Das Symbol des Fisches ist das älteste Erkennungszeichen der Christenheit. In den Katakomben von Rom war es den verfolgten Christen und Christinnen ein Zeichen des Lebens aus Gott. Wir können uns heute kaum vorstellen, welche Brisanz es hatte, einen Fisch an sein Tor zu malen, um sich als Christ/-in zu erkennen zu geben.

Der Fisch musste entziffert werden. Er erschloss sich nur denen, die die Geschichte von Jesus Christus, kannten. (Ichthys: Jesus Christus Theou Yios Soter – Jesus Christus Gottes Sohn - Retter) In einer Welt, die wenig wissen wollte vom Evangelium, diente das Symbol des Fisches als Orientierung. Es war ein Taufbekenntnis in Kurzform.

Aber der einfache Fisch, den wir auch als Autoaufkleber kennen, ist Vielen heute zu wenig. Stromlinienförmig angepasst, das ist nicht genug. So wurde auf dem Plakat für den 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag dem harmlosen Fisch eine Haifischflosse aufgesetzt. Zu scharf? Zu frech? Eine Provokation im besten Sinne!

Eine Schärfung des christlichen Profils täte uns gut: „lebendig und kräftig und schärfer“ ! Ob im persönlichen Gespräch im Bekanntenkreis („Warum machst du denn bei Kirche mit, du bist doch sonst ganz in Ordnung?“), ob in der Auseinandersetzung mit anderen Religionen („Was glaubt ihr ChristInnen eigentlich?“), ob im Gegenüber zu Politik und Gesellschaft („Was sagen Christen zum Weltwirtschaftsgipfel?“).

„Das Wort Gottes ist lebendig, kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert“ (Hebr. 4, 12)

Es ist nicht alt und verstaubt, sondern scharf. Es trennt den Zeitgeist vom Geist Gottes. Es fordert auf zur Unterscheidung der Geister, zur Entscheidung.

Mit diesem Anspruch beginnt in diesen Tagen der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag in Köln. So vielfältig der Kirchentag auch in seinen Themen, mit seinen Gästen und Referenten ist - er ist kein Ort der Beliebigkeit, sondern ein Ort der Orientierung. Der Kirchentag will fromm und weltoffen zugleich sein. Spiritualität und Weltverantwortung haben dort Raum. Nur beides zusammen ergibt einen lebendigen Glauben und ein kräftiges christliches Profil. Begleiten wir den Kirchentag mit unserer Aufmerksamkeit und unserem Gebet!

Ihre Pastorin
Antje Marklein


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