Urlaub auf dem Schiff. Es ist noch alles ganz still. Früh morgens. Ich stehe auf, um einmal ganz in Ruhe den Sonnenaufgang zu beobachten. Ich sehe die Silhouette und nach und nach wird es hell. Mein Blick richtet sich nach Osten: Die Sonne geht auf. Das Wunder eines neuen Tages ist da. Ich stehe staunend da und bewundere Gottes Schöpfung, danke für allen neuen Aufbruch, lobe Gott für seine Wunder.

Ein Tag voller Sonne am Strand neigt sich dem Ende. Mein Blick richtet sich nach Westen: Die Sonne, die den ganzen Tag so hell schien, dass ich nicht aufsehen konnte, ohne völlig geblendet zu werden, verwandelt sich in einen leuchtend roten Ball. Staunend stehe ich mit anderen da und bewundere die Farbgebung, wie sich Zentimeter um Zentimeter die Sonne senkt, bis ein wunderschönes Abendrot auf der Landschaft liegt. Die Temperaturen sinken gleich mit, wenn die Sonne untergegangen ist, aber in mir ist es noch warn vom schönen Tag her.

„Vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Niedergang
sei gelobet der Name des Herrn.“

Dieses Wort aus einem alttestamentlichen Loblied ist der Monatsspruch für August. Es hat ursprünglich seinen Sitz im jüdischen Gottesdienst an besonderen Festtagen. In der Familienfeier der Passahnacht wurde der Psalm vor dem Essen gesungen. Umfassend drückt es heute das Lob Gottes aus, vom Anfang des Tages bis zum Ende ist Gottes Name gelobt.

So hoch oben ist Gott – und zugleich so weit unten. Er berührt die Erde, geht in die Tiefe und schafft die Verbindung nach oben zum Himmel. Er sieht unsere Sorgen, auch hier in der Gemeinde, um die Veränderungen in den Gemeindehäusern, um die Fertigstellung der Baustellen. Niemand ist zu klein, nichts ist zu unbedeutend, als dass Gott es nicht sehen würde.

Ich erinnere mich an Familiengottesdienste, wo wir sangen:

„Vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Niedergang
sei gelobet der Name des Herrn.“

Manchmal gaben wir dem Gesang Ausdruck mit Gesten, mit Gesten der aufsteigenden Arme im großen Bogen zum Aufgang der Sonne, die heruntergehenden Arme zum Niedergang der Sonne und schließend mit der Lobesgeste. Ich höre den Gesang nachklingen und spüre: Gottes Liebe umfasst alle und alles. Seine Liebe erhebt und heilt, so dass ich den Himmel spüren kann und den Glanz in mir aufnehme.

Meine menschlichen Worte wirken nicht passend, um zu beschreiben, was geschehen kann, wenn Gott eingreift. Es bleibt das Wunder, das tief unten in meinem Herzen seinen Anfang nimmt. Es bleibt mir nur das Staunen. Es bleibt mir nur das Loben, um auf solche Größe und Liebe antworten zu können:

„Vom Aufgang der Sonne
bis zu ihrem Niedergang
sei gelobet der Name des Herrn.“

Da schweigt und verstummt alles,
was mein Herz redet, weil es überläuft
vor Dankbarkeit und Freude.

Ihre und Eure
Pastorin Elke Marx


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