Leben lernen

31 Millionen – mein Taschenrechner zeigt es mühelos an: das Jahr 2008 lässt uns über 31 Millionen Sekunden Zeit. Wenn Gott es will, haben wir diese gigantische Menge Zeit zum Leben. Ein riesiges Glücksgefühl macht sich in mir breit: Dass ich Zeitmillionärin bin, war mir noch nie so deutlich. Doch dann kommen die Statistiker und sagen: Ein Drittel dieser Zeit werde ich verschlafen und viel von den restlichen zwei Dritteln geht drauf für ungeliebte Tätigkeiten: Putzen, Aufräumen, vor roten Ampeln oder in Warteschlangen stehen, mit Menschen zusammen sein, mit denen ich es gar nicht will.

An manchen Tagen bleibt ein schales Gefühl: Vertue ich meine Zeit? Lasse ich leben statt zu leben? Dabei sehne ich mich doch danach, dass meine Zeit nicht verrinnt, sondern erfüllt ist mit Leben.

„Ich lebe und Ihr sollt auch leben!“, sagt Jesus. Sein Leben war schon als Kleinkind vom Tod bedroht und als er diesen Satz sagt, ist er wieder in Lebensgefahr. In den wenigen kostbaren Augenblicken aber, die ihm bleiben, verändert er die Zeit. Egal, ob er mit anderen isst, mit ihnen redet, er füllt jeden Augenblick seines Lebens mit Liebe an und das gibt dem Leben eine andere Qualität.

Von Jesus schaue ich es mir ab: Wenn ich lerne, das zu lieben, was ich tue, dann ist meine Lebenszeit intensiv und dicht. Es ist wieder mein Leben, ich lebe – und werde nicht gelebt. Übrigens: Ich lebe und ihr sollt auch leben – von nun an bis in Ewigkeit – heißt Jesus Verheißung, und das geht längst über die 31 Millionen Sekunden in diesem Jahr hinaus.

Petra C. Harring

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