Von Blaise Pascal (französischer Theologe und Mathematiker, 1623-1662) ist folgendes Wort überliefert:

Da die Menschen unfähig waren, Tod, Elend, Unwissenheit zu überwinden, sind sie, um glücklich zu sein, übereingekommen, nicht daran zu denken.

Die Passionszeit ist für viele Menschen kein Thema: Leiden und Sterben Jesu werden aus dem eigenen Blickfeld verdrängt. Oft ist der Grund dafür nicht Unwissenheit, sondern schlicht Erschöpfung: Das Leid der Welt schreit uns täglich aus den Medien entgegen, und vielen Menschen fehlt die Kraft, das noch hören oder tragen zu können. Belastungen im persönlichen Umfeld kommen oft genug hinzu. ‚Ich will das alles nicht mehr hören!’ Stattdessen werden Frühlingsfeste gefeiert, Ostermärkte, Ausflüge zur Baumblüte organisiert. Soll es so sein, denke ich, solange wir die Passionszeit nicht preisgeben und nicht aufhören, für die Leidenden und die vom Wahrnehmen des Leides Erschöpften zu beten!

Das Bild ‚Christus am Kreuz’ hat Jean Arp 1948 mit wenigen präzise gezogenen Bleistift-Strichen gezeichnet. Umrisse eines Kreuzes sind erkennbar, an dem Christus nur an den Beinen angenagelt ist. Trotz der schweren Last des Oberkörpers scheint sich die Figur des Gekreuzigten fast tänzerisch vom Kreuz zu lösen. Vom konturenlosen Gesicht gehen acht Strahlen aus, die die Kreuzform wiederholen. Kreuz und Auferstehung werden in eins gesehen, ohne dem Tod die Schwere zu nehmen.

Passionszeit – Von Ostern her lässt sie sich getrost aushalten!

Pastorin Antje Marklein