Himmelfahrt – himmelwärts

Endlich raus! Die Tage sind wieder länger und es wird Zeit ins Grüne zu gehen, zu wandern oder fahren – himmelwärts. Das erste Mal den See genießen, gemeinsam durch die Gegend ziehen…

„Es geht aufwärts“, sagt sie mit einem festen Blick. „Heute Morgen habe ich zum ersten Mal wieder die Fenster geputzt. Wochenlang hat mich der Dreck nicht gestört. Ich hatte einfach keine Kraft!
Mein Mann ist immer so präsent. Er fehlt in jedem Augenblick. Doch langsam spüre ich, dass es weiter geht – weiter gehen muss! Ich muss an seine Worte denken: ‚Endlich lächelst du’, und ich merke, dass die Trauer mich zermürbt. Er war so voller Freude, wenn ich glücklich war. Wenn es mir schlecht ging, litt er mit mir mit. ‚Endlich lächelst du.’ Bei dem Gedanken daran verschwindet für einen Augenblick der Schmerz und das gibt mir neuen Mut!“

Vielleicht haben die Jünger nach dem Tod Jesu damals eine ähnliche Erfahrung gemacht:
Jesus, der Mann, für den sie Frau und Kinder verlassen haben, der ihnen Halt und Sinn gegeben hat, ist auf einmal nicht mehr da. Er hat sie zurückgelassen, alleingelassen mit der Trauer und dem Schmerz.
Doch nach einer gewissen Zeit spüren sie in der Trauer seine Gegenwart. Bei Gott aufgehoben ist er ihnen nah.

Langsam löst sich ihr trauerndes Herz in den Dank. Gestärkt finden sie den Weg zurück ins Leben.
„Es geht aufwärts – himmelwärts“.

…Spüren wir die neue Kraft, wenn wir uns an Himmelfahrt aufmachen?

Ich wünsche Ihnen und mir etwas von diesem Gefühl.

Ihre Vikarin Susanne Hallwaß




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