Manchmal höre ich: „Das Jahr hat kaum begonnen, da ist es schon halb vorüber.“ Und das ist so. Ich grüße Sie mit diesen Worten in den „Lister Kirchen“ im Juni/Juli 2010.

In eher ländlichen Gegenden kennt man den 24.Juni als „Spargelsilvester“, das Ende der Spargelsaison. Am 24. Juni ist Mittsommer, die Sonne beginnt nämlich wieder früher unterzugehen. Und am 24.Juni feiert die Kirche das Fest Johannes des Täufers. Johannes verweist auf Christus, die Sonne, die für uns immer scheinen wird. Auch dann, wenn die Sonne abnimmt, wird sie in unserem Herzen leuchten. Johannes der Täufer ist am 24. Juni geboren. Er ist es, der schon auf Christus hingewiesen hat mit dem vielleicht bekanntesten Wort: „Er (Christus) muss wachsen, ich (Johannes) muss abnehmen.“ (Joh. 3, 30).

Empfängnis und Geburt Johannes des Täufers und Jesu teilen das Jahr in Abschnitte. Am 25.März, zu Beginn des Frühjahrs, feiern wir Mariä Verkündigung. An einem Tag, an dem die Römer die Aussaat feierten, denken wir ChristInnen daran, dass Gott in Maria seinen göttlichen Samen gesät hat. Am 24.Juni, der Geburt Johannes des Täufers, begehen wir die Sonnenwende. Zu Beginn des Herbstes die Empfängnis Johannes des Täufers. Und am 25.Dezember, dem Tag, an dem die Sonne wieder beginnt, aufzusteigen, feiern wir Weihnachten, die Geburt Jesu, der die Sehnsucht der Römer nach dem sol invictus, dem unbesiegbaren Sonnengott, erfüllt und übertrifft. Denn Christus ist die Sonne, die den Tod vertreibt und alle Dunkelheiten in uns erleuchtet.

Wir ChristInnen sind wie Johannes Zeugen für Christus, die wahre Sonne.

Johannes, der Täufer, gilt auch in besonderer Weise als Patron der Kirchenmusik. So können wir vielleicht hineinsummen in den Text des Kirchenliedes aus unserem Gesangbuch und damit etwas in unserem Herzen aufnehmen von der christlichen Botschaft des 24.Juni: „Er (Christus) muss wachsen, ich (Johannes) muss abnehmen.“

Wir wollen singn ein´ Lobgesang
Christus dem Herrn zu Preis und Dank,
der Sankt Johann vorausgesandt,
durch ihn sein Ankunft macht bekannt.

„Wir danken dir Herr Jesu Christ,
des Vorläufer Johannes ist,
hilf, das wir folgen seiner Lehr,
so tun wir dir die rechte Ehr.“

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer, in dem wir uns an der Sonne freuen und immer wieder auch gewiss sind, dass Gott es ist, der uns zum Lobgesang anstimmt, weil er den Lauf des Jahres bestimmt.

Ihre Pastorin Elke Marx

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