Während ich mir Gedanken für diese Andacht mache, schaue ich kurz in meinen Kalender. Ja, morgen beginnen die Ferien – Urlaub, Freizeit! Doch dann auch ein Blick nach vorn. Wie wird es sein nach der Erholung?
Eine Andacht zum Monatsspruch im September fällt mir in die Hand und ich denke: das ist genau das, was dran ist. Ich möchte es mit Ihnen teilen.
Ulrich Pehle-Oesterreich

Gottes Gaben

Ich habe keine Zeit! Mir rennt die Zeit mal wieder davon. Ach, das wollte ich heute unbedingt noch erledigen. Wo ist nur die Zeit geblieben? Zeit zum Ausspannen, das wäre mal was. Aber jetzt?! Nein, das geht nicht. Später vielleicht. Wenn nicht doch noch etwas dazwischen kommt…

Stimmen Sie mit ein in diesen „Zeitgesang“, oder gehören Sie zu den scheinbar seltenen Menschen, die gedanklich und körperlich gut runterschalten können? Gratuliere, dann haben Sie gute Chancen, Ihr Leben trotz der einen oder anderen Widrigkeit wirklich als erfülltes Leben zu betrachten und in vollen Zügen zu genießen.

Das ist dann mehr als ein Wellnesswochenende, das Dank guter Zeitplanung noch im stressigen Alltag untergebracht werden konnte. Das ist auch mehr als ein wohltuendes Bad oder ein Spaziergang an guter Luft. Verstehen Sie mich bitte richtig: Diese Dinge sind alle wertvoll und wichtig, aber…

Sie merken schon, es reicht nicht ganz. Es sind diese stressfreien Momente, die nicht nur die Ausnahme sein sollten, sondern die Regel. Muße, Ruhe, Genuss, Gelassenheit, Zufriedenheit, das sind die göttlichen Elemente des Lebens. Das sind Gottes Gaben. Lassen, loslassen, zulassen – sich schenken lassen. Der Prediger macht Mut zum Leben, zu genussvollem Leben. Ganzheitlich sein, sich spüren, sich gönnen, was gut tut. Das hat Breitenwirkung, das zieht andere mit. Was würde wohl geschehen, wenn wir lernen würden, mehr zu lassen als zu tun? Haben Sie Lust, es auszuprobieren?

Nyree Heckmann, Pfarrerin aus Stammhein (Schweiz)


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