Liebe Gemeinde, dieser Monatsspruch, der uns durch den Oktober begleiten will, hat mich am Ausgang des Sommers mit Blick auf die jahreszeitlich dunkleren, manchmal auch schweren Monate Oktober und November sehr angesprochen und zum Nachdenken an-geregt. Jahreszeiten und das Kirchenjahr verschränken sich zuweilen.

Der September zeugte nach der Sommerpause mit der Langen Nacht der Kirchen, landeskirchlichem Ehrenamtstag, vielen Kulturveranstaltungen in Stadt und Land und in der Gemeinde mit seinen Angeboten und viel Schwung von der Fülle, die wir kirchlich dann auch mit dem Erntedank zu Beginn des Oktobers begehen. Der Dank für all das, was uns die Schöpfung schenkt, was wir ernten dürfen – im wörtlichen wie übertragenen Sinne. Auch für all das, was wir als Gemeinde miteinander in diesem Jahr schon haben teilen dürfen an Begegnungen, an Festen, an Gottesdiensten, an gemeinsamer Arbeit als Teil der Gemeinde Gottes und als Kirchengemeinde im Stadtteil und darüber hinaus mit vielen gemeinsamen Projekten, Gruppen und auch im Gebet.

Ab Mitte Oktober und im November ist der Blick dann stark nach innen gerichtet, in die persönliche Geschichte und die Geschichte unseres Landes. Wir gedenken des 9. November, wir begehen die Gedenktage Volks-trauertag und Buß- und Bettag, eine Zeit, der Hoffnung und die Bitte um Frieden als Gegengewicht zu Krieg und Vergessen und erinnern uns am Ewigkeitssonntag unserer Vergänglichkeit und der lieben Menschen, die uns vorausgegangen sind in das ewige Leben Gottes. Eine Zeit ist das, die uns auch durch das ständig ab-nehmende Licht zuweilen schwer ankommt und ins Grübeln bringt. Und wir das Gefühl haben, dass sich Türen des Lichts, des Lebens, der Liebe eher schließen. Es ist eine Zeit des Innehaltens bevor mit dem Advent unser Warten ein Ende und unsere Sehnsucht ein Ziel unser Leben seinen Sinn erhält. Und genau in dieser Zeit erreicht uns der Zuspruch Gottes: Ich habe vor Dir eine Türe aufgetan, die niemand schließen kann. Gottes liebevoller Blick auf uns will gerade durch die Dunkelheit hindurch uns aufschließen und öffnen für seine Gegenwart. Gottes Zuwendung und Ja zu uns bleibt, auch wenn manche menschliche Türen sich schließen. Sichtbar wird seine Liebe und Gegenwart auch in uns, wenn wir miteinander hier auf Erden Gottes Gemeinde versuchen zu sein, mit Christus in unserer Mitte und weit geöffneten Türen für die, die hinein-kommen wollen.

So wünsche ich Ihnen einen gesegneten Herbst und das Geschenk offener Türen und Herzen.

Ihre Julia Helmke

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