„Ihr sollt Träume haben“

Wissen Sie noch, was Sie heute Nacht oder in den vergangenen Nächten geträumt haben? Wie gehen Sie mit Ihren Träumen um? War es ein guter Traum, an den Sie gerne denken oder war es eher ein Alptraum? Ich gehöre zu den Menschen, die am Morgen noch einige Momente zurückdenken an die Träume der Nacht. Interessant finde ich dann, dass ich oft nachvollziehen kann, wie sich am Tag Erlebtes im Traum seltsam verändert wieder findet mit besonderen Ängsten oder Befürchtungen oder als herausragend Schönes. Sigmund Freud hat einmal in Anlehnung an altgriechische Philosophen gesagt: „Das Träumen ist offenbar das Seelenleben während des Schlafes.“

Am Beginn eines neuen Jahres träumen wir sicher von manchem, was wir erreichen möchten. Wir träumen vielleicht von besseren Schulnoten als im gerade verteilten Zeugnis, von Erfolgen im Beruf können wir träumen, von gelungener Familie, von einem Traumurlaub oder ganz anderen persönlichen traumhaften Wünschen. Jede Generation hat ihre eigenen Träume.

Die Bibel kennt dieses Phänomen des Träumens auch. Da lesen wir im Alten Testament von dem Traumdeuter Josef, der die Traumgeschichte des Pharao zu erklären versucht und ihr damit eine zukunftsweisende Bedeutung verleiht. Sie können die Geschichte nachlesen im 41. Kapitel des 1. Buch Mose.
Und wir kennen sicher die Geschichte von Jakobs Traum der Himmelsleiter (1. Mose 28, 10 – 22). Es gibt Träume, die erschließen sich einem nicht, aber es gibt viele Träume, die uns Kraft zum Handeln geben, die uns Mut machen und helfen, dass die Hoffnung nicht untergeht. In solchen Träumen ist Gott mit uns unterwegs.

Ein bekannter Text unserer Zeit ist der Traum von Magaret Fishback-Powers. Sie ist am Meer unterwegs und sieht Fußspuren im Sand. In den schwersten Zeiten ihres Lebens sah sie nur eine Spur im Sand. Besorgt fragt sie in diesem Traum Gott, warum sie in den schweren Zeiten alleine war. Gott antwortet ihr: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nicht alleine lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

Gott schenkt uns Menschen Träume, damit wir nicht stehen bleiben beim äußeren Anschein, damit unsere Gedenken und unsere Phantasie Flügel bekommen und dahinfliegen wie Wolken am Himmel. Vielleicht mögen Sie sich das Bild der Wolke vergrößern und mit persönlichen Gedanken für das Jahr 2012 füllen. Wolken laden uns zum Träumen ein.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich in diesem Jahr 2012 immer von Gott getragen wissen, wenn es schwer ist, und allezeit von ihm begleitet wissen, wie es uns der Traum vom Magaret Fishback-Powers nahe bringt.

Ihr Pastorin Elke Marx

Seitenanfang