Nachklang

Haben Sie sich in diesem Jahr in den Sommerferien ein Souvenir mitgebracht, das Sie später an diesen schönen Tag, an einen wunderbaren Ausflug oder an eine großartige Reise erinnert?

Wenn ich in meiner Wohnung den Blick schweifen lasse, gibt es davon manches.

Da erinnert mich die Mesusa an eine einzigartige Zeit im Heiligen Land.

In vielen Religionen gibt es besondere Gegenstände, die die Aufmerksamkeit auf Gott richten sollen, an seine Gegenwart erinnern oder Ausdruck der Verehrung sind. Das Sch´ma ist eines der Hauptgebete der Juden. Es bezeichnet Gott als einzigen Gott und beschreibt sein Verhältnis zum Menschen. Die Mesusa ist ein Kästchen, in das ich ein Wort der Bibel „Betet ohne Unterlass“ geschrieben habe. Und so habe ich meine Mesusa – wie in jüdischen Häusern auch – an den rechten Türpfosten gehängt und damit das biblische Wort „Du sollst die Worte auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore schreiben.“ (Deuteronomium. 6, 9) erfüllt. Für mich ist es ein Zeichen, dass Gott gegenwärtig ist. Und es erinnert mich an diese unvergessliche Zeit in Israel auf den Spuren Jesu und in der Begegnung mit dem jüdischen Volk.

Und da schweift mein Blick weiter und findet ein irisches Kreuz, das eben nicht nur Horizontale und Vertikale hat, sondern auch ein Rund im Schnittpunkt. Für mich drückt die weltweite Verbundenheit der Christen aus, dass ich Menschen auch in Irland begegnen durfte, die sich zu Jesus Christus, dem Gekreuzigten, bekennen. Es steht für die Gnade, die Menschen durch Jesus Christus erhalten haben.

Und über meinem Schreibtisch lenkt eine griechisch-orthodoxe Ikone von einer Freizeit in Griechenland meinen Blick auf Christus.

Daneben findet sich auch symbolisch für den ökumenischen Kontext, in dem wir stehen, ein Rosenkranz aus der Peterskirche in Rom.

Und dann gibt es manches Schmuckstück, das ich mir mitgebracht habe aus dem Urlaub.

So auch das Kreuz der Hugenotten von einem unbekannten Hersteller aus Lyon oder Nimes. Von der französischen Kirche in London als Erkennungszeichen angenommen, findet man das Kreuz auch in niederländischen Kirchen, wohin es durch hugenottische Auswanderer gebracht wurde. Noch heute steht das hugenottische Kreuz für den Zusammenschluss der Protestanten und das Bekenntnis zum evangelischen Glauben. Das Besondere dieses Kreuzes sehe ich in der Taube, die aus dem Kreuz hervorgeht. Sie steht für den Heiligen Geist und erinnert an die Anwesenheit Gottes, der selbst in schweren Zeiten für die Menschen da ist.

Mich erinnern diese Souvenirs nicht nur an die wunderschönen Zeiten, die ich in den zurückliegenden Jahren auf diesen Reisen verbracht habe, und geben mir einen Nachklang der Erinnerung. Für mich stehen diese besonderen Souvenirs auch für die Zusage, dass Gott mir auf allen Wegen seine Begleitung zusagt, wo ich auch bin.

Und was für ein Souvenir haben Sie sich dieses Jahr mitgebracht?

Ihre Pastorin Elke Marx

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