„All you need is love“

All you need is love

„All you need is love“ – das sangen die Beatles 1967 und haben damit viele Menschen mitten ins Herz getroffen. Die vier Pilzköpfe aus Liverpool haben ausgedrückt und auf den Punkt gebracht, was alle bis heute spüren: Liebe ist das Zentrum, um das unser ganzes Leben kreist. Liebe ist wichtig, wie die Luft zum Atmen – ohne Liebe geht es einfach nicht, sonst verkümmert man.

Und darum sind wir auch so glücklich, ja euphorisch, wenn es tatsächlich passiert. Wenn die Liebe Einzug hält in unser Leben und wir spüren: ja das ist SIE/ER. Da werden Texte gedichtet, Lieder gereimt, Bekenntnisse an Autobahnbrücken gesprayt oder allen Freunden und Bekannten über Facebook/Twitter die seeligmachende Nachricht zugespielt. Das ist alles so groß und so überschwänglich – man könnte die ganze Welt umarmen.

Geradezu weit wie der Himmel und nicht umsonst heißt es im Volksmund: Die Liebe ist eine Himmelsmacht. „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus": Dieses neuere Kirchenlied drückt genau dies aus. Aber eben auch, dass wir es nicht in der Hand haben. Wir können über Liebe nicht verfügen oder sie schaffen, wie es uns gerade in den Sinn kommt.

„All you need is love!“ Das ist die eine Seite. Aber es gibt auch noch die andere: „Liebe macht blind“ heißt es auch im Volksmund. Ganz zu schweigen von all den Verletzungen, die im Namen der Liebe schon zugefügt wurden.

Die Liebe trägt beides in sich: Die überschwänglichen Glücksmomente, aber auch die melancholischen. Wir leiden, aber wir genießen auch. Manchmal sind wir blind und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht und dann wieder weitet sich alles und wir erleben den Himmel auf Erden. Deshalb ist und bleibt die Liebe unsere Sehnsucht, unser Lebensziel. Selbst wenn wir sie gefunden haben.

Die Liebe und die Sehnsucht nach ihr macht uns glücklich und lässt uns leiden, manchmal lachen wir vor Glück und dann ist uns zum Heulen zu Mute, wir sind starr vor Trauer und dann wieder springen und singen wir vor Übermut.

In den Zeiten ohne Liebe spüren wir, wie sehr sie unser Leben wärmt und uns geborgen fühlen lässt. Auch dass wir aus uns herausgehen und auf ungewohnt spielerische Weise miteinander umgehen können und zuverlässig füreinander da sind. Das führt uns vor Augen, dass wir einbezogen sind in ein Kraftfeld. Ein Kraftfeld der Sehnsucht nach Liebe. Immer wieder von Neuem. Und dieses Kraftfeld ist Ausdruck, Spiegel der Liebe Gottes. Seine Liebe zu uns lässt uns leben, auch aufleben und spüren: Ja, Liebe passiert/geschieht. Liebe begegnet mir, kommt über mich. Sie wird mir von Gott geschenkt und stellt mich in einen größeren Zusammenhang. Denn Liebe kann nicht für sich sein. Sie sucht das „Du“, ein Gegenüber. Sie will nicht nur Wort sein, sondern in unser Leben hineinplatzen und mit Leben gefüllt sein, einfach passieren: Zwischen Gott und uns und zwischen uns Menschen.

„All you need is love“: Liebe wünsche ich uns allen, dann wird auch der Monatsspruch für Juni nicht ein leeres Wort bleiben, sondern für uns lebendig: „Die Frucht des Geistes (Gottes) ist Liebe“.

Ulrich Pehle-Oesterreich


Seitenanfang