„Mit Luther durch das Jahr“

Durch das Reformationsjubiläumsjahr 2017 hindurch begleiten uns viele Aktionen und Symbole, die an den Thesenanschlag Martin Luthers am 31.10.1517 an die Schoßkirche zu Wittenberg erinnern sollen.
Vielleicht haben Sie ja auch geplant, zu den Kirchentagen auf dem Weg vom 24. bis 28. Mai zu fahren oder an dem großen Reformationsjubiläumsfest in unserer Stadt am 26. August unter dem Motto „vergnügt. erlöst. befreit. Leben – 500 Jahre Reformation“ teilzunehmen.

Alle Aktionen haben letztlich neben dem schönen Erlebnis, das aber zeitlich begrenzt ist, das Ziel, uns unseres Glaubens über das Fest hinaus in unserem alltäglichen Leben zu vergewissern. Das wäre sicher ganz im Sinne Luthers, der uns die Bibel ins Deutsche übersetzte und im „Priestertum aller Gläubigen“ alle sprachfähig zu ihrem Glauben und glaubensgewiss machen wollte. Und so gibt es über die Festtermine hinaus Aktionen durch das Jahr, die weitertragen sollen.

Ein wichtiges Symbol mit viel Glaubensaussage ist die Lutherrose. Sie ist ein Symbol der evangelisch-lutherischen Kirchen und war das Siegel, das Martin Luther ab 1530 für seinen Briefverkehr verwendete. Das Vorbild für dieses Siegel findet sich im Löwen- und Papageien-Fenster der Augustinerkirche des Augustinerklosters zu Erfurt, in dem Martin Luther zwischen 1505 und 1512 als Augustinermönch gelebt hat. Es wurde 1530 im Auftrag des Prinzen und späteren Kurfürsten von Sachsen, Johann Friedrich des Großmütigen, für Luther erstellt. Lazarus Spengler schickte Luther eine Zeichnung des späteren Siegels zu.

Luther betrachtete es als Ausdruck bzw. Zusammenfassung seiner Theologie und seines Glaubens und deutete es selber so:

„ein Merkzeichen meiner Theologie. Das erst sollt ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, daß der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Ob’s nun wohl ein schwarz Kreuz ist, mortifizieret und soll auch wehe tun, dennoch läßt es das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das ist, es tötet nicht, sondern erhält lebendig … Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, daß der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet im himmelfarben Felde, daß solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar. Und in solch Feld einen goldenen Ring, daß solch Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“
– WA, LUTHERS BRIEFWECHSEL, 5. BAND, S. 444F (NR. 1628)

So mögen viele medial wirksamen Aktionen letztlich doch dazu führen, dass jede und jeder Einzelne für sich einen Weg findet, was er oder sie dieses Jahr bewusst erleben möchte. Vielleicht ist es ja ein stilles Betrachten der Weltausstellung in Wittenberg oder ein Besuch des Geburtshauses in Eisleben.

Und bei allem dürfen und müssen wir uns fragen, was uns diese Botschaft Luthers, dass die Kirche eine immer zu reformierende ist (ecclesia semper reformanda est) für uns heute sagen möchte und wo wir Anker für unseren Glauben finden.

Ihre und Eure Pastorin Elke Marx


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