„Schlüssel des Lebens“

Schlüssel

Schlüssel spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Das kennen wir, wenn wir Schlüssel suchen. Mit einem Schlüssel verschließe ich, was mir wichtig und wert ist und mit dem Schlüssel schließe ich es auch wieder auf. Ver­lo­ren­ge­gan­ge­ne Schlüs­sel brin­gen mich in große Unruhe: Wer kann mög­licher­weise etwas schließen, das mir so wert und teuer ist, dass ich es abgeschlossen habe. Besonderes Vertrauen genießt, wem ich im Urlaub oder bei Krankheit meinen Schlüssel anvertraue.

Wenn wir ein Gebäude einweihen, ist die Schlüsselübergabe in der Regel ein besonders feierlicher Moment. Der oder die Verantwortliche bekommt den Schlüssel überreicht.

Ich möchte über diese natürliche Folge des Schlüssels uns gerne den Schlüssel übertragen. Da habe ich ein Schlüssel­erlebnis, da begegne ich Schlüsselfiguren, da wünsche ich mir den Schlüssel des Glücks.

Und bei er Herkunft des Wortes spielt der biblische Schlüssel der Erkenntnis eine wichtige Rolle.

Drei wesentliche Stellen in der Bibel sehe ich zum Schlüssel:

Im Matthäusevangelium sagt Jesus zu Petrus: „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.“ (Matthäus. 16, 19)

In der christlichen Tradition ist dieses Wort aus dem Matthäusevangelium immer auf die Beichte bezogen worden.

Im Lukasevangelium in den Weherufen gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten gibt es den Schlüssel der Erkenntnis, den sie weggenommen haben und damit selbst nicht hineingegangen sind, aber es auch alle anderen verwehrt haben, einzutreten, die hinein wollten. (Lukas 11, 52)

Und in der Offenbarung des Johannes wird Jesus in den Mund gelegt: „Ich war tot und bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offenbarung 1,18), ein Text, der oft Ostern zitiert wird.

Schlüssel schließen uns im übertragenen Sinn Räume auf, schaffen uns Zugang. Ich wünsche uns, dass wir auch gerade in dieser Zeit Schlüssel finden, um Räume des Glaubens aufzuschließen, in denen Gott es gut mit uns meint.

Pastorin Elke Marx

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