„Weihnachtliches“

Einer feiert Geburtstag.
Die Gäste beschenken sich gegenseitig.
Nur der, der Geburtstag hat, geht leer aus.
Aber sieh nur: Er lächelt.

Die hohe Zeit des Schenkens
nach ehernen Gesetzen:
Wie du mir, so ich dir. Auge um Auge sozusagen,
Gabe um Gabe.
Eine harte Zeit:
Da wird einem nichts geschenkt!

Zum Weihnachtsfest hatte er 122 Geschenke
ausgesucht und eingepackt
und 404 Glückwünsche geschrieben
und vermailt.
Als einer sich für sein Geschenk bedankte,
winkte er nur ganz bescheiden ab:
Ich habe nur meine Pflicht getan!

Gold, Weihrauch und Myrrhe,
wahrhaft königliche Geschenke,
brachten die Weisen damals, um zu huldigen…
Heute schenken weise Leute, wie man hören kann,
das neueste Handy von…,
ein wahrhaft königliches Geschenk,
eine Huldigung an die Gesprächskultur.

Unter Bergen von Geschenkpaketen
und Päckchen und Flaschen
fand man am Heiligen Abend ein Kind –
kaum zu glauben - ein richtiges Kind,
und es atmete noch.
Niedlich, sagten alle.

(Nach einem Text von Lothar Zenetti)

Was verbinden wir mit Weihnachten?
Was ist uns wichtig?
Was für ein Fest, wenn ich annehmen kann, dass ich gemeint bin.
Dass alles mir gilt und auch dir!
Gott schenkt sich dir und mir - und lächelt!
Feiern wir das Kind in der Krippe und beschenken uns gegenseitig, weil uns die Freude der Beschenkten das Herz wärmt!
Frohe und gesegnete Weihnachten!

Ulrich Pehle-Oesterreich


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