Liebe Leserin, lieber Leser!

„Komm wir ziehen in den Frieden. Wir sind mehr als du glaubst. Wir sind schlafende Riesen. Aber jetzt stehen wir auf. Lass sie ruhig sagen, dass wir Träumer sind. Am Ende werden wir gewinnen. Wir lassen diese Welt nicht untergehen. Komm wir ziehen in den Frieden.“

So rockt Udo Lindenberg auf seiner Single vom Oktober 2018. Kinder sprechen darin aus dem Grundgesetz (Art.3 von 1949) und der Menschenrechtserklärung der UN (1948): „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15) Die Jahreslosung für 2019, passt in die Stimmungslage im Land, die auch Udo Lindenberg in seinem Song auf-nimmt. Frieden ist bleibende Verheißung, die mit dem Krippenkind auf die Erde gekommen ist: Friede auf Er-den und den Menschen ein Wohlgefallen, tönen die Engel. Wir bangen um den Frieden, machen uns Sorgen um die Welt. Von Gefährdung, von Gewalt, Unfrieden und Flucht hören wir, von Autokraten, die Menschen und ganze Länder unterdrücken und Menschenrechte mit Füßen treten. Immer wieder ist irgendwo Krieg, seit Menschengedenken. In Syrien, wo die Bevölkerung im Krieg hungert, ähnlich grausam ist es im Jemen – auch unterstützt durch deutsche Waffenexporte!

Wir haben also allen Grund, Frieden zu suchen und ihm nachzujagen. Es gibt eigentlich gar keine Alternative, und Zeit haben wir auch nicht mehr. Ja, wir sollten „dem Frieden" nachjagen. Aufstehen und „in den Frieden ziehen“, wieder und wieder vom Frieden reden. Denn sonst passiert, was wir bei Erich Fried lesen:

Der Nichtssagende

Wer nichts zum Frieden sagen will aber vorschlägt im nächsten Jahr wieder zusammenzutreffen um wieder nichts zu sagen und ein Jahr darauf wieder zusammenzukommen um abermals nichts zu sagen der fördert den Frieden auf nichtssagende Weise und die Freunde des Krieges sehen sich vielsagend an.

Also „fake news“, Lügen, die Neid und Angst schüren wollen, durchschauen.
„Suche Frieden und jage ihm nach“. Mit Kerzen und Gebeten ist es schon einmal gelungen – vor 30 Jahren – 1989 in der friedlichen Revolution. Was Menschen bewegt hat, waren biblische Verheißungen wie: „Schwerter zu Pflugscharen“. Sich nicht mehr abfinden mit Lähmung, Lüge und Schweigen, sondern Widerstand leisten – offensiv und subversiv, mit Kerzen und Gebeten, voll begeisterter Hoffnung.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“

Wir können das. Wir können Orientierung geben. Wir können helfen, dass Verantwortung und Nächstenliebe in unserem Land und in Europa nicht Schiffbruch erleiden. Wir können uns einsetzen für Flüchtlinge auf der „Seawatch“ und „Seaeye“, die gerade im Mittelmeer einen rettenden Hafen suchen; Orientierung geben auch für Demokratie in unserem Land. Jede und jeder von uns kann aufstehen und gegen Mauern anreden, die einige bei uns (und anderswo) zwischen Menschen und Menschen gerne wieder aufrichten möchten.
Ziehen wir in den Frieden: mit Frieden der Engel gesegnet, ins neue Jahr 2019 mit dem Friedensengel (s.o.) an der Seite. Ein gesegnetes Jahr 2019 wünscht Ihnen und Euch weiterhin mit herzlichen Grüßen

Pastorin Ursula Koopmann

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