„Kommt, alles ist bereit“

Abendmahl

…dazu haben im März Frauen zum diesjährigen Weltgebetstag eingeladen. Im Meditationsbild aus Slowenien wurde da neben vielen landestypisch gekleideten Frauen die alleinerziehende und geflüchtete Mutter, das blinde Mädchen, der taube und beinamputierte Junge und die verkrümmte und gelähmte Frau im Rollstuhl dargestellt.

Gott hat sie alle im Blick, er hat aber auch uns im Blick: Die alleinerziehende Mutter – steht sie vielleicht auch für meine Einsamkeit, für meine Angst vor der Zukunft, für die Sorge, ob meine Kräfte reichen?
Das blinde Mädchen – erinnert es mich möglicherweise daran, wie oft ich meine Augen verschließe, nicht sehen kann, was offensichtlich ist?
Der beinamputierte Junge – offenbart er mir, wie verletzlich Leben ist und wie schnell vermeintliche Standfestigkeit ins Wanken geraten kann?
Die in sich verkrümmte Frau – ist sie wie meine Seele, die in tiefer Not verharrt und sich nicht befreien kann?
Gott hat sie und uns alle im Blick und ruft uns zu: „Kommt, alles ist bereit!“ Uns alle hat er an seinen Tisch geladen. Es ist Raum für alle da, wir sind geladen an Gottes Tafel und dürfen Platz nehmen an seinem Tisch – unvollkommen Hand in Hand.

Ich höre darin auch den Ruf der Abendmahlsliturgie „Kommt, alles ist bereit, schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“, mit dem wir im Gottesdienst einladen, zum Abendmahl zu kommen. Auch da sollen wir gestärkt werden. Am Tag vor seiner Kreuzigung saß Jesus mit seinen Jüngern zu Tisch und aß. Aus diesem letzten Mahl Jesu entwickelte sich unsere Abendmahlstradition, in der man neben dem Sehen und Hören auch leibhaftig schmecken darf, wie nahe uns Gott kommen möchte.

„Kommt, alles ist bereit“ – dieser Ruf gilt auch, wenn wir mit dem Osterfest die Grundlage der Hoffnung unseres Glaubens schaffen. Gott hat nach der Kreuzigung Jesu am Karfreitag dem Tode die Macht genommen und seinen Sohn auferweckt. Darauf gründet sich alle christliche Hoffnung, wenn wir einladen zum Glauben.

„Kommt, alles ist bereit“ gilt auch, wenn wir in derzeit nach Ostern wieder Jugendliche, die hoffentlich die Gastfreundschaft unserer Gemeinde in den letzten zwei Jahren im Konfirmandenunterricht kennengelernt haben, konfirmieren.

„Kommt, alles ist bereit“ nimmt auch der "Runde Tisch gegen Rechts" in unserer Gemeinde ernst, wenn er sich Gedanken macht, wie wir mit Fremden oder Menschen anderer Kulturen umgehen, wie wir Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, nicht ausgrenzen, sondern willkommen heißen können.

Und „Kommt, alles ist bereit“ steht unserer ganzen Kirche gut an, Menschen ein zuladen zum Glauben und zu den Veranstaltungen in den einzelnen Gemeinden mit einem Schatz an Vielfalt.

„Kommt, alles ist bereit“ – Wann lassen Sie sich einladen? Viele hoffnungsvolle Gottesdienste und tolle Veranstaltungen. Sehen Sie, wie vielfältig und freundlich uns Gott begegnet.

In diesem Sinne eine gesegnete Zeit
Ihre und Eure Pastorin Elke Marx

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