„Der Engel des Herrn rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.!“


1. Könige 19, 7 (Monatsspruch für Juli)

Elia wusste, er hatte Mist gebaut. Er wusste, dass er bestraft werden musste. Und er fürchtete sich fürchterlich. Er floh in die Einsamkeit. Er bereute, betete. Gab alles zu. Die Welt war durch ihn nicht besser geworden. Obwohl er anderes in Herz und Sinn hatte. Er legte sich zum Sterben hin, unter einen Ginsterbusch. Gott sandte einen Engel. Gab ihm zu essen und zu trinken, zwei Mal. Gott ließ ihn nicht sterben. Der Engel stärkte Elia für eine lange Reise.

Denn dann lief Elia. Den weiten Weg. Vierzig Tage und Nächte. Bis zum Gottesberg. Bis dorthin, wo Gott wohnte. Und von dort ging es weiter für Elia. Ein neuer Auftrag. Ein neuer Lebensabschnitt. Alles neu.

Ein bisschen wünschte ich mir den Engel herbei, der mich ruhen ließe. Mich mit dem Nötigsten versorgte. Und alles andere könnte ich lassen. Loslassen. Und dann käme Gott und schenkte einen Anfang.

Und das, obwohl wir so eine lange Pause hinter uns haben, allesamt. Und die Pause-Taste auch noch in einigen Bereichen unseres Lebens gedrückt bleibt oder schnell wieder gedrückt werden könnte.

Die Pandemie hat uns kollektiv durch viele Phasen gehen lassen. Von den meisten hätte ich nie geahnt, dass wir alle mit ihnen konfrontiert werden würden. Ähnlich muss es auch Elia gegangen sein, der selbstverschuldet unter dem Ginster landete. Er wusste nicht, was ihm geschah. Hin- und hergeworfen von der Welt, getragen von Gott.

Welche Wege uns noch bevorstehen, das können wir nicht wissen.

Aber ich lasse mich stärken. Von einem Gott, der mitgeht. Der mich nicht alleine lässt – auch jetzt nicht, vor allem jetzt nicht. Nicht, wenn ich eine Pause brauche. Und auch nicht, wenn mich das Einsamsein erdrückt.

Welche Ginsterbüsche in deinem Leben auch warten – sei gewiss: Gott lässt dich nicht allein!

Pastorin Nathalie Wolk

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