„Unser Leben sei ein Fest“

Vieles haben wir in diesem Sommer nachzuholen: Da war eine Reise, auf die wir uns so gefreut hatten, ausgefallen. Da musste ein Familienfest, das uns soviel bedeutet hat, verlegt werden. Jetzt sind die Kalender wieder voll. So erleben wir es als Kirchengemeinde auch.

Zwei Jahre haben wir die Vesperkirche, die einige so engagiert planen, verschoben. Dieses Jahr im September ist es soweit, ein großes Fest in unserer Kirche mit Essen, Kulturprogramm und Aktivitäten für alle Generationen, 15 Tage lang. Wir sind alle gespannt.

In diese Lebens- und Planungssituation hinein kommt mir ein Lied aus dem Gesangbuch in den Sinn, seine beschwingte Melodie klingt mir im Ohr in einer weiteren Strophe:

„Unser Leben sei ein Fest. Jesu Kraft als Grund unserer Hoffnung.
Jesu Brot als Mahl der Gemeinschaft. Jesu Wein als Trank neuen Lebens.
Unser Leben sei ein Fest in dieser Stunde und jeden Tag.“

Es ist eine steile Forderung, denn sehr oft und für viele Menschen ist das Leben alles andere als ein Fest. Genügend Situationen kann ich denken, wo es nicht festlich in uns ist. Jesu Geist, Jesu Wort, seine Güte und seine Liebe verändern aber die Welt, sein Fest wird in Brot und Wein zu dem unsrigen. Und genau diesen Gedanken der Gemeinschaft durch Essen und Trinken und darüber hinaus nimmt unsere Vesperkirche auf.

Feste sind ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Feste erheben uns über die Gewöhnlichkeit des Lebens, streifen das Alltägliche ab. Sie nehmen uns ein paar Stunden auch Schweres und Bedrückendes von unseren Schultern, sie durchbrechen wie Sonnenstrahlen die dunklen Wolken, die über dem Leben hängen. In Fest und Feier verdichtet sich auch das Verlangen nach Sinn und Sehnsucht, nach dem, was froh und glücklich macht. Feste begrenzen unseren Blick nicht auf das Leben, sondern sie richten den Blick über die Begrenztheit des Lebens hinaus. Und das Lied weiß, dass wir im Glauben den Grund unserer Hoffnung finden. Dass Hoffnung von unserer Vesperkirche ausgeht, dass Menschen im Essen Gemeinschaft finden und dass ihre Sehnsucht nach neuem Leben erfüllt wird, das hoffen wir für diese 15 Tage im September und jeden weiteren Tag. Lassen Sie uns fröhlich Vesperkirche feiern.

Ihre Pastorin Elke Marx

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